#89 – Entwurf von Kanban-Systemen: Ein Blick auf Theorie und Praxis

Die Einführung von Kanban-Systemen ist immer auch der Beginn eines Change-Prozesses. (Nicht umsonst heißt es in den Kanban-Prinzipien „Agree to pursue improvement through evolutionary change„.)

In der Theorie konkurrieren

  • der ursprüngliche Change-Ansatz aus dem „blauen Buch“ (von David Anderson)
  • die Anregungen aus „Commitment“ (von Olav Maassen und Chris Matts)
  • STATIK (von Mike Burrows)
  • der Change-Ansatz von Siegfried Kaltenecker und Klaus Leopold
  • Mike Burrows Agendashift-Ansatz

miteinander.

Aber welche Ansätze werden wirklich in der Praxis gelebt? Welche Ansätze habt ihr schon ausprobiert und wie sind eure Erfahrungen?

Nach einer Vorstellung der oben genannten Ansätze haben wir Beispiele aus der Praxis gesammelt und gemeinsam geschaut, wie wir die Stärken und Schwächen der einzelnen Ansätze einschätzen und wo Elemente der Konzepte miteinander kombinierbar sind.

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Literatur

Literatur

Beschrieben sind die Methoden in diesen Büchern, die in den letzten 9 Jahren zu dem Thema veröffentlicht wurden.

Darüberhinaus gibt es noch das sogenannte «Weiße Buch» – das in vielen Sprachen frei verfügbare „Essential Kanban Condensed“.

Die Ansätze im Einzelnen

In der ungefähren Reihenfolge des Erscheinens der schriftlichen Beschreibung waren diese Methoden:

Blaues_Buch

Die Methode aus dem „Blauen Buch“ von David Anderson.

Commitment

Die im Buch „Commitment“ skizzierte Herangehensweise.

STATIK

STATIK – Die von der LKU vermittelte Vorgehensweise – unter anderem in Mike Burrows Buch „Kanban from the Inside“ beschrieben und derzeit im «Weißen Buch» sogar als 9-schrittiges Vorgehen aufgeführt. Nachtrag hierzu von Martin: „Vorgestellt wurde die Minimalvariante mit Team-Fokus basierend auf Alexei Zheglovs A3 Canvas. Seit 2016 gibt es auch die Dokumentation zur „großen“ Variante, mit dem zentralen Schritt „Socialize the [design] and negotiate implementation“, der in der dargestellten Variante nicht nötig ist, weil hier das gesamte Team den gesamten Prozess durchlebt.“

EKC_-_I

Einordnung des EKC-Ansatzes

EKC_-_II

Der Change-Ansatz von Sigfried Kaltenecker und Klaus Leopold (beschrieben in „Kanban in der IT“).

Agendashift

Der Agendashift-Ansatz aus dem gleichnamigen Buch von Mike Burrows.

 

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#88 – Nachlese zur Lean Kanban Central Europe 2018 – What’s hot and what’s not

Die LKCE ist das europäische Event zum Thema Kanban – dieses Jahr waren besonders viele Vertreter der Limited WIP Society Köln dabei. Am 12.12.2018 haben wir einen Blick auf die Themen der diesjährigen LKCE geworfen und uns angeschaut, was das für den eigenen Alltag und die Community bedeuten kann.

Anschließend blieb Zeit für den Abgleich von Erfahrungen und eine ausführliche Diskussion.

Spekulatius

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#87 – Fit for Purpose (F4P) – Der neue Treiber für Kanban?

Seit 2017 treiben David J. Anderson und Alexei Zheglov das Thema „Fit for Purpose Organizations“ voran.

In diesem Treffen hat uns Martin Luig die wichtigsten Ideen und Konzepte aus dem Bereich „Fit for Purpose“ (F4P) vorgestellt und unter anderem den Unterschied zwischen „Leading indicators“ und „Vanity metrics“ sowie den F4P Box Score erklärt. In der anschließenden Diskussion ging es inbesondere um Anwendbarkeit und Grenzen des F4P-Ansatzes.

Neben vielen praktischen Anwendungen im Kleinen steckt hinter diesem Ansatz vor allem ein anderer Blick auf die Beurteilung der Entwicklungsfähigkeit von Organisationen. Anstatt sich auf Hunderte von „Key Performance Indicators“ (KPIs) zu stützen, konzentriert sich F4P darauf, einige wichtige – am besten ‚die richtigen’ – Kennzahlen zu identifizieren und mit diesen die Weiterentwicklung zu steuern.

Derzeit gilt dieser Ansatz noch als „Geheimtipp“, aber dass selbst das Kanban Maturity Model inzwischen den Untertitel „Evolving Fit for Purpose Organizations“ trägt, zeigt, wie wichtig dieser Ansatz David J. Anderson ist.

Die Folien zum Vortrag findet ihr auf dem Trello-Board oder direkt hier.

Martin Luig

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#86 – Featureban 2.2 – Die leichtgewichtige Kanban-Simulation

Seit wir uns die Version 1.0 von Featureban von Mike Burrows angesehen haben, ist ein bisschen Zeit in’s Land gegangen – es war auf unserem Treffen am 14.10.2015.

Inzwischen gibt es eine neue Version von Featureban, in die viele Erfahrungen aus der Community eingeflossen sind. Am 10.10. führte Thomas Epping durch diese neue Version der Simulation. Das Event war sowohl für Moderatoren und Coaches interessant (sie konnten sich ein Bild davon machen, wie Featureban die Praktiken von Kanban vermittelt) als auch für Kanban-Interessierte, die hier genau diese Praktiken in Aktion sehen konnten.

Anschließend blieb Zeit für den Abgleich von Erfahrungen und eine ausführliche Diskussion.

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#85 – Proto-Kanban und der Lackmus-Test – Erfolge von Kanban

Da Kanban für Wissensarbeiter einerseits zwar mehr ist als bunte Zettel an der Wand, andererseits aber – anders als viele agile Ansätze – kein Prozessmodell für die Arbeit an sich mitbringt, ist es gar nicht so leicht, den „Erfolg“ einer Kanban-Initiative zu messen.

Neben dem umfangreichen KMM (Kanban Maturity Model) gibt es seit geraumer Zeit den Kanban-Lackmus-Test und eine Unterscheidung unterschiedlicher Stufen von „Proto-Kanban“, also Kanban-Implementierungen, die noch nicht den vollen Umfang der Methode nutzen, aber dennoch schon viele Vorteile des Ansatzes realisieren.

Am 12.09. diskutierten wir unter Michael Mahlbergs Moderation genau diese unterschiedlichen Sichten, den Lackmus-Test und was man daraus alles ableiten kann.

Nach Sammlung der Ansichten der Teilnehmer ergab sich folgendes Bild zu „was versteht ihr unter Proto-Kanban“

Ideensammlung

wobei die grünen Ergänzungen sich in der anschließenden Konkretisierung ergaben.

Aus dem KMM wurden das Personal Kanban Board, das Aggregated Personal Kanban Board und das Team Kanban Board als Beispiele für Proto Kanban vorgestellt. Das Personal Kanban Board visualisiert die Arbeit des Einzelnen, das Aggregated Personal Kanban ist quasi eine Sammlung mehrerer Personal Kanban Boards und das Team Kanban Board visualisiert die Arbeit des Teams, d.h. Arbeit ist nicht mehr fest einem Teammitglied zugeordnet.

Wie aber kann man feststellen, ob man ein Proto Kanban Board hat? Anhand folgender Fragen des Kanban Lakmus Tests:

Fragen des Lakmus-Tests

Während sich der Sinn der Fragen 1-3 in der Diskussion schnell erschloss, taten wir uns mit der vierten Frage schwer. Auch die Erläuterung, dass es sich um ein (service delivery)-(business model)  handelt, führte nicht direkt zum allgemeinen Verständnis.

Ein länger besprochener Aspekt war die Einführung von Kanban. Hier gibt es Ansätze von Mike Burrows und David Anderson:

Einführung

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#84 – Versuch einer Landkarte der Welt von Kanban (Mitte 2018)

Seit der Entstehung von Kanban für Wissensarbeiter haben sich viele neue Dinge auf der Landkarte platziert. Wir haben geschaut, wo wir Kadenzen, ESP, KMM, die Agendas, neue Rollen und anderes verorten. Auch die Kanban Lens, die aktuellen Praktiken, die Aufteilung der Prinzipien in Service und Change, Upstream– und Discovery Kanban und das Konzept von Fitness for Purpose haben wir gemeinsam beleuchtet und auf die Landkarte gebracht. Zusätzlich haben natürlich auch alle Themen aus dem Universum der Lean Kanban University, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingebracht haben, ihren Platz auf dieser Momentaufnahme gefunden.

Anschließend blieb Zeit für den Abgleich von Erfahrungen und eine ausführliche Diskussion.

Landkarte

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#83 – Veränderungsschritte in Kanban-Initiativen entscheiden

Kanban ist ein Vorgehen, dass möglichst wenig Veränderungswiderstand auslösen will.

Zur Veranschaulichung dieser Philosophie nutzt David J. Anderson seit vielen Jahren eine Metapher von Bruce Lee: „Sei wie Wasser.“ Eine Kanban-Initiative besteht aus vielen Veränderungsschritten, die möglichst wie Wasser um Steine des Widerstands fließen. Möglichkeiten gibt es viele – an diesem Abend hat Thomas Epping eine Entscheidungshilfe vorgestellt: Welcher Veränderungsschritt ist zu welchem Zeitpunkt und aus welchem Grund (vermutlich) angemessen?

Der Vortrag war gleichzeitig ein Erfahrungsbericht; anschließend blieb Zeit für den Abgleich mit anderen Erfahrungen und eine ausführliche Diskussion.

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#82 – Kanban Boards – Don’t copy but be inspired

Normalerweise erstellen wir ein Board anhand des abzubildenden Arbeitsprozesses. Langweilig! Wir sind einmal den umgekehrten Weg gegangen und haben versucht, aus dem Design fertiger Boards auf den Prozess und die zugrunde liegenden Rahmenbedingungen zu schließen. Es war ein spannender Abend voller Entdeckungen!

Wir haben uns dabei insbesondere ein paar Boards angesehen, die Mattias Skarin zusammengestellt hat; ebenso aber auch weitere Boards, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer irgendwo in den Untiefen des Internets oder an einer Wand gefunden haben.

Real-World Kanban

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#81 – Scrum mit Kanban?! – „The Kanban Guide for Scrum Teams“

Auf Initiative der Scrum.org ist in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Kanban Community der Leitfaden „The Kanban Guide for Scrum Teams“ entstanden. Alexander Hardt ist Professional Scrum Trainer. Er hat sich den Guide im Detail angesehen und uns die Inhalte interaktiv vorgestellt. Im Anschluss an die Vorstellung haben wir uns ausreichend Zeit genommen, um über den Guide, Scrum und Kanban zu diskutieren.

PSK

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#80 – TWiG – Eine ganz neue Kanban-Simulation

Kanban-Simulationen gelten als der beste Weg, Kanban zu erlernen und zu verstehen.

Ganz neu in diesem Bereich ist TWiG von Klaus Leopold, mit dem er – wie er auf seinem Blog schildert – versucht, die Nachteile zu adressieren, die er bei den anderen Simulationen sieht. Wo sind Ähnlichkeiten und wo sind Unterschiede? Welche Simulation eignet sich in welcher Situation?

Nachdem wir bereits andere Simulationen im Programm hatten, haben sich Christian Bär und Stefan Koehler in Rekordzeit (TWiG war noch keine zwei Monate alt) mit der Simulation vertraut gemacht und sie auf dem 80. Treffen der Limited WIP Society Köln vorgestellt.

TWiG

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