LWIPCGN #117 LeanCoffee der Limited WiP Society

Bei unserem Treffen im Juni 2021 haben wir ein LeanCoffee veranstaltet, um Raum und Zeit für Eure Fragen rund um Kanban zu geben.

Bei unseren letzten Veranstaltungen hatten wir per Fit4Purpose-Abfrage nach Euren Motiven und Gründen gefragt, warum ihr zu unseren Treffen kommt: der Austausch über eigene Themen und neues Lernen wurde häufig genannt. Wir sahen an Euren Antworten außerdem, dass von der Einsteiger-Frage bis zur Experten-Diskussion alles gewünscht wird.

Hier findet Ihr die besprochenen Themen. Trotz sommerlichen Temperaturen und der wieder eröffneten Alternative Biergarten, hatten wir spannende und interessante Diskussionen. Vielen Dank dafür!

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LWIPCGN #116 – Kanban zur Entwicklung neuer Chemieprodukte

Adalbert Huber, Forschungsleiter bei der Schlenk AG, hat einen überaus interessanten Vortrag über seine Erfahrung mit Kanban in der produzierenden Industrie gehalten.

Mehrere Japanaufenthalte in den 1990ern brachten zwar Berührung mit Kanban in der Produktion, aber der Funke sprang noch nicht über. Für das Management  von Wissensprozessen waren die Wasserfallmethoden im Projektmanagement das Mittel der Wahl und so sammelte er damit umfangreiche Erfahrungen.  

Zwar wurde seit Anfang des neuen Jahrtausends Kanban für Wissensarbeit eingesetzt, aber noch nicht in der produzierenden Industrie mit Ihren spezifischen Gegebenheiten. Um sich als mittelständisches Unternehmen 2013 gegen große Chemiekonzerne behaupten zu können, musste ein völlig neues Vorgehen her.

Software für EDV-basiertes Kanban kamen in dieser Zeit auf den Markt. Eine wurde ausgewählt, glücklicherweise die Passende. So wurden die Produktentwicklungsprozesse Schritt für Schritt in Kanban abgebildet.

Für Chemieproduktentwicklung war das Pionierarbeit, Vorbilder gab es zu der Zeit nur für Softwareentwicklung und diese Lösungsansätze waren nicht übertragbar.

Bis heute nutzt das Unternehmen die Kanban-Methode zur Entwicklung neuer Chemieprodukte und ist weltweiter Technologieführer für eine Produktlinie, die mit Hilfe von Kanban entwickelt wurde.

Nach dem Vortrag hat Adalbert sich dann auf die vielen Fragen eingelassen und Dank seiner praktischen Einsichten konnte er uns viel zum Denken mitgegeben, besonders auch über wie Deutschland im Hinblick zur Konkurrenz China dasteht …

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LWIPCGN #115 – Kanban Einführung Online – STATIK Schritt für Schritt

Der „System Thinking Approach to Introducing Kanban“, kurz STATIK, ist ein wiederholbarer, menschlicher Weg, um mit Kanban zu beginnen. Seit Jahren ist er die Grundlage für typische Kanban System Designs.

An diesem Abend hat uns Lukas Schmidt gezeigt, wie man mit dieser Methode von der Idee eines Kanbansystems bis zu einem ersten Grundsystem kommen kann. Für jeden Schritt des STATIK Weges gab es dann Methodenbausteine zur Anwendung und auch eine kurze Breakout-Runde um sich ein bisschen mehr mit der Materie auseinander zu setzten.

Zu allererst ging es darum, die Services in der Organisation zu sehen, wofür die Kanban Linse von Andy Charmichael sehr gut angewendet werden kann.

Das Miro-Board, das Lukas vorbereitet hatte, war sehr detailliert beschrieben und war für alle Teilnehmer, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, eine wahre Fundgrube.

Es gab viele Fragen, auch bei der abschließenden informellen Runde, in der viele Teinehmer:innen die Gelegenheit nutzten, sich über das Thema auszutauschen.

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LWIPCGN #114 – Motiviert agil – damit der Kicker auch wirklich kickt. Sogar remote!

Wenn der Tischkicker erst einmal ein paar Wochen da ist, flaut der Motivationsschub, den er ausgelöst hat, langsam ab. In den meisten Unternehmen. Doch es gibt ein paar, da ist die Motivation immer hoch. Sogar ohne Tischkicker. Woran liegt das? Es gibt eine wissenschaftliche Erklärung dafür. Und praktische Möglichkeiten, das auch in anderen Organisationen zu schaffen.

In diesem Vortrag ging es um die Psychologie hinter Motivation, was sie für den Arbeitsalltag bedeutet, erst recht remote. Und es ging um Gestaltungsmöglichkeiten, die sich auf individueller Ebene, als Team und als Vorgesetzte daraus ableiten lassen.

Maren Baermann erklärte uns die drei Fundamente, auf denen dauerhafte Eigenmotivation beruht und wie gut echte agile Arbeitsweisen diese fördern.

maren baermann 
Mark Geschke 
Martin @leanluig 
Michael Mahlberg 
Falk Kühnel 
Marcel Burggraf 
Peggy Rocher 
Vivien 
Christian

Sie stellte uns Werkzeuge und Ansätze vor, die Teams sowohl online als auch offline darin unterstützen, eine motivierende Zusammenarbeit zu fördern.

amotiviert 
Intr ns sc 
motiviert 
ogsgtøo 
ugo 
Obe 
extrinsische Motivation 
autonome 
Motivation

Nach der Theorie wurden wir aktiv auf Miro and haben gemeinsam nachgedacht über was man alles tun könnte, um die Eigenmotivation anzukurbeln. Besonders spannend wurde es auch als uns allen klar wurde wie sehr die Einführung von Kanban eigentlich dabei helfen kann.

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LWIPCGN #113 – Risiko-Management in Kanban und Enterprise Services Planning (ESP)

Enterprise Services Planning (ESP) ist ein Ansatz, Veränderung die man durch die Kanban Methode erreicht, auch für die gesamte Organisation zu nutzen, also über das Management einzelner Services hinaus. Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich, wenn man klar definierte Services, stabile Durchlaufzeiten, Service- und Blocker- Statistiken und ähnliche Einblicke hat?

Teilnehmer

In seinem Talk hat uns Martin Luig den Bereich des Risiko-Managements im ESP vorgestellt. „Welche Risiken sind für uns relevant?“, „Haben wir den richtigen Risiko-Mix?“, „Wie müssen wir unsere Organisation oder unsere technischen Lösungen verändern, um häufig auftretende Risiken zu managen?“ waren die Fragen die besprochen und diskutiert wurden.

Da die Behandlung von Risiken immanenter Teil viele Kanban-Praktiken ist, wurde am Anfang des Talks eine Auswahl an Beispielen gezeigt und diskutiert.

Eine Art der Risiko-Behandlung aus dem ESP (und inzwischen auch im Kanban Maturity Modell, KMM) ist die Darstellung verschiedener Risko-Dimensionen in Kiviat-Diagrammen.

Kiviat-Diagramm zur Risikobetrachtung

Auch im Anschluss gab es lebhafte und interessante Diskussionen zum Thema.

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LWIPCGN #112 – Kultur treibt Fitness. Leadership treibt Kultur. Agilität beginnt im Kopf.

Auf unserem Treffen im Januar 2021 hat Mike Leber aus Wien uns das Thema „Kultur treibt Fitness. Leadership treibt Kultur. Agilität beginnt im Kopf.“ vorgestellt.

Das Kanban Maturity Model (KMM) kann ein Pfad zur adaptiven, resilienten Organisation sein. Wesentliche Eckpfeiler für eine evolutionäre Entwicklung dabei wären der kulturelle Nährboden und Leadership.

Mit Leadership Agility steht ein fundiertes Konzept für ein Verständnis und vor allem für die Weiterentwicklung der nötigen Leadership-Kapazitäten zur Verfügung. In diesem Vortrag legte Mike das Konzept u.a. im Kontext des KMM dar.

Er hat vorgestellt , wie ein undogmatisches und dennoch modernes Führungsverständnis zu einer passenden Kulturentwicklung beiträgt. Er zeigte Ideen, das vorherrschende Führungsklima in Zusammenhang zur organisatorischen Capability einzuordnen und durch Steigerung der Leadership-Kapazitäten die organisatorische Maturity zu fördern.

Im Nachgang gab es eine lange und angeregte Diskussion über das interessante Thema

Hier zwei Links vom Abend:

Paper zu den Seven Ways of Leading nach/von Torbert und Rooke: https://www.researchgate.net/publication/7929214_Transformations_of_Leadership

Zum Thema Coach als Sport Coach: https://en.wikipedia.org/wiki/Ted_Lasso

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LWIPCGN #111 Kanban im Handwerk – coole Boards, cooler Flow

Am 9. Dezember hat uns Roman Müller aus Stuttgart von seinen Erfahrungen mit Kanban im Handwerk erzählt.

Wer kennt es nicht? Wir lernen Kontexte und Menschen kennen und denken: Kanban könnte Dir helfen! Wie es dann weiter gehen kann, ist leider nicht immer deutlich.

Dieser Talk diente zur Inspiration wie wir mithilfe von (unkonventionellen) visuellen, an den Kontext angepassten, Arbeitsflussdarstellungen Transparenz schaffen und von dort aus schrittweise Veränderung initiieren könnten.

Schon nach einer kurzen Einleitung wurde es allen deutlich, dass Roman Sinn und Erfüllung in seiner Arbeit findet und außerdem viel Spaß dabei hatte „Kanban Spaceships“ bei einer Videoagentur, ein „Tacho“ bei einer Schreinerei und ein „LP-Radar“ bei einem Architektenbüro einzuführen.

Natürlich gabe es dabei auch wieder Aufgaben in Miro, wo Roman uns mit Hilfe der Methode „Spiral Journaling“ zeigtem wie man relevante Ideen und Eindrücke für die Arbeitsflussvisualisierung sammeln kann.

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Abschließend gab es einen Einblick in die hauseigene „Jet-Engine“ Visualisierung und Roman forderte alle Teilnehmer heraus um sich damit zu befassen und Verbesserungen vorzuschlagen.

Seinen Vortrag als Miro-Export findet Ihr auf unserem Trello-Board.

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LWIPCGN #110 Die agile Keule überleben

Auf unserem Treffen im November 2020 hat Michael Mahlberg uns das Thema „Die agile Keule überleben – erfolgreiche Organisationen in der postagilen Zeit“ vorgestellt.

Als das ‚Manifest für agile Softwareentwicklung‘ 2001 geschrieben wurde, war es ein Zeitzeuge für eine Aufbruchsstimmung hin zu mehr Entscheidungskompetenz and den Stellen, an denen die Entscheidungen auch umgesetzt werden. Für die Außenwelt wurde damit ein Wandel sichtbar, der schon Jahre vorher begonnen hatte und erfolgreiche Projekte gekennzeichnet hat. Mittlerweile aber hat sich ein stark vereinfachtes ‚Agile‘ gerade im Umfeld großer Unternehmen zu einem Treiber für Stress und Frustration bis hin zur inneren Kündigung und zum Burnout entwickelt. Besonders trifft dies Funktionen, die Teamübergreifend agieren sollen und  mit den (scheinbaren?) Widersprüche zwischen Selbstorganisation und Wohl der ganzen Unternehmung konfrontiert werden.

In diesem Vortrag  wurden persönliche und organisatorische Ansätze gezeigt um diese Situation anzugehen und differenziert mit den Thema Agilität und Selbstorganisation im Konzern umzugehen. Dafür wurden in verschiedenen Breakout-Sessions eure Beispiele gesammelt, wo ‚Agile‘ schadhaft ausgelegt oder zumindest empfunden wurde, sowie Beispiele für ‚Cargo Cult‘.

In der abschließenden Fishbowl haben wir besprochen, wie man den vorgestellten ‚Fallen‘ beim agilen Arbeiten im Projekt-/Team-/Organisationalltag entgehen kann.

Die Folien findet ihr auf Slideshare.

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LWIPCGN #109 Links und rechts der Prinzipien und Praktiken von Kanban

Das Thema im Oktober war „Links und rechts der Prinzipien und Praktiken von Kanban“ und wurde uns von Thomas Epping vorgestellt.

Wir warfen an diesem Abend einen Blick auf einige Themen, die nicht zu den Prinzipien und Praktiken von Kanban gehören und die doch von einiger Bedeutung für eine Kanban-Initiative sein können. Wir schauten uns an, welche Rolle die Auftragsklärung („Wofür habe ich ein Mandat?“), die eigene Positionierung („Wie entscheide ich, welchen Veränderungsschritt ich – zum Beispiel als Kanban Coach – als nächstes platziere?“) sowie der Umgang mit formaler Macht und Hierarchie in einer Kanban-Initiative spielen. Zu allen drei steuerte Thomas Epping einige Impulse bei, die wir jeweils in einer Mischung aus Diskussion und Erfahrungsaustausch aufgriffen.

Hier die drei Buchtipps von Thomas zum ersten Drittel des Abends (der Auftragsklärung):

https://www.amazon.de/Liftoff-Start-Sustain-Successful-Agile/dp/1680501631 https://www.amazon.de/Good-Strategy-Bad-Richard-Rumelt/dp/1846684803 https://www.amazon.de/Discussing-Undiscussable-Overcoming-Jossey-Bass-Management/dp/0787986321

Weil es am Abend öfter erwähnt wurde und nach dem Link gefragt wurde, hier gehts zum Kanban Maturity Model (KMM).

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LWIPCGN #108 Wie Du die wichtigste Frage Deines Kunden beantwortest

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Alexander Hardt hat mit uns gemeinsam das Thema ‚Metriken und Charts‘ konkretisiert.

Dazu haben wir uns als Basis Little´s Law und die Flow Metriken angeschaut und dann gemeinsam die zugehörigen Charts und Vorhersagemöglichkeiten erarbeitet.

Abschließend schauten wir teamweise in welchen Kadenzen wir die vorgestellten Elemente sinnvoll nutzen können, um unsere Prozesse nach Bedarf effizienter, effektiver und auch vorhersagbarer zu machen.

Durch die zur Verfügung stehenden Information können wir dann mit gutem Gewissen durch eine wesentlich genauere Vorhersage die wichtigste Kundenfrage beantworten: „Wann seid ihr fertig?“.

In der Diskussion kam immer wieder der Aspekt, dass man, um verlässliche Aussagen zu treffen, ein „stabiles System“ benötigt. Im konkreten Fall heißt das, dass man seine Arten der Arbeit kennt, in der Lead Time Distribution einen „thin tail“ sieht und eine relativ stabile Gesamtsituation in der Organisation und/oder dem Team vorfindet.

Vielen Dank an Alexander und Oliver Monneke, der ihn bei der Technik unterstützt hat.

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