LWIPCGN #110 Die agile Keule überleben

Auf unserem Treffen im November 2020 hat Michael Mahlberg uns das Thema „Die agile Keule überleben – erfolgreiche Organisationen in der postagilen Zeit“ vorgestellt.

Als das ‚Manifest für agile Softwareentwicklung‘ 2001 geschrieben wurde, war es ein Zeitzeuge für eine Aufbruchsstimmung hin zu mehr Entscheidungskompetenz and den Stellen, an denen die Entscheidungen auch umgesetzt werden. Für die Außenwelt wurde damit ein Wandel sichtbar, der schon Jahre vorher begonnen hatte und erfolgreiche Projekte gekennzeichnet hat. Mittlerweile aber hat sich ein stark vereinfachtes ‚Agile‘ gerade im Umfeld großer Unternehmen zu einem Treiber für Stress und Frustration bis hin zur inneren Kündigung und zum Burnout entwickelt. Besonders trifft dies Funktionen, die Teamübergreifend agieren sollen und  mit den (scheinbaren?) Widersprüche zwischen Selbstorganisation und Wohl der ganzen Unternehmung konfrontiert werden.

In diesem Vortrag  wurden persönliche und organisatorische Ansätze gezeigt um diese Situation anzugehen und differenziert mit den Thema Agilität und Selbstorganisation im Konzern umzugehen. Dafür wurden in verschiedenen Breakout-Sessions eure Beispiele gesammelt, wo ‚Agile‘ schadhaft ausgelegt oder zumindest empfunden wurde, sowie Beispiele für ‚Cargo Cult‘.

In der abschließenden Fishbowl haben wir besprochen, wie man den vorgestellten ‚Fallen‘ beim agilen Arbeiten im Projekt-/Team-/Organisationalltag entgehen kann.

Die Folien findet ihr auf Slideshare.

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LWIPCGN #109 Links und rechts der Prinzipien und Praktiken von Kanban

Das Thema im Oktober war „Links und rechts der Prinzipien und Praktiken von Kanban“ und wurde uns von Thomas Epping vorgestellt.

Wir warfen an diesem Abend einen Blick auf einige Themen, die nicht zu den Prinzipien und Praktiken von Kanban gehören und die doch von einiger Bedeutung für eine Kanban-Initiative sein können. Wir schauten uns an, welche Rolle die Auftragsklärung („Wofür habe ich ein Mandat?“), die eigene Positionierung („Wie entscheide ich, welchen Veränderungsschritt ich – zum Beispiel als Kanban Coach – als nächstes platziere?“) sowie der Umgang mit formaler Macht und Hierarchie in einer Kanban-Initiative spielen. Zu allen drei steuerte Thomas Epping einige Impulse bei, die wir jeweils in einer Mischung aus Diskussion und Erfahrungsaustausch aufgriffen.

Hier die drei Buchtipps von Thomas zum ersten Drittel des Abends (der Auftragsklärung):

https://www.amazon.de/Liftoff-Start-Sustain-Successful-Agile/dp/1680501631 https://www.amazon.de/Good-Strategy-Bad-Richard-Rumelt/dp/1846684803 https://www.amazon.de/Discussing-Undiscussable-Overcoming-Jossey-Bass-Management/dp/0787986321

Weil es am Abend öfter erwähnt wurde und nach dem Link gefragt wurde, hier gehts zum Kanban Maturity Model (KMM).

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LWIPCGN #108 Wie Du die wichtigste Frage Deines Kunden beantwortest

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Alexander Hardt hat mit uns gemeinsam das Thema ‚Metriken und Charts‘ konkretisiert.

Dazu haben wir uns als Basis Little´s Law und die Flow Metriken angeschaut und dann gemeinsam die zugehörigen Charts und Vorhersagemöglichkeiten erarbeitet.

Abschließend schauten wir teamweise in welchen Kadenzen wir die vorgestellten Elemente sinnvoll nutzen können, um unsere Prozesse nach Bedarf effizienter, effektiver und auch vorhersagbarer zu machen.

Durch die zur Verfügung stehenden Information können wir dann mit gutem Gewissen durch eine wesentlich genauere Vorhersage die wichtigste Kundenfrage beantworten: „Wann seid ihr fertig?“.

In der Diskussion kam immer wieder der Aspekt, dass man, um verlässliche Aussagen zu treffen, ein „stabiles System“ benötigt. Im konkreten Fall heißt das, dass man seine Arten der Arbeit kennt, in der Lead Time Distribution einen „thin tail“ sieht und eine relativ stabile Gesamtsituation in der Organisation und/oder dem Team vorfindet.

Vielen Dank an Alexander und Oliver Monneke, der ihn bei der Technik unterstützt hat.

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LWIPCGN #107 TWiG als Online-Simulation

Diesmal hat uns  Alexander Hardt die Onlineversion von TWiG (The WiP Game) vorgestellt.

TWiG ist laut Klaus Leopold, dem Erfinder des Spiels, von der Einfachheit von Featureban und dem Event-basierten Spielwitz von getKanban inspiriert. Im Unterschied zu aufwendigeren Simulationen setzt TWiG vor allem darauf, dass SpielerInnen in kurzer Zeit erleben können, was es bedeutet, in einem WIP-limitierten flussbasierten Pull-System zu arbeiten.

TWiG Screenshot

Da die Frage aufkam, ob TWiG nur lizenzierten Trainern zur Verfügung steht, hier der Hinweis, dass TWiG ist für jedermann einfach kostenlos spielbar ist.

Die Teilnehmer waren mit dem Abend  messbar sehr zufrieden.

Umfrage

Alexander wurde an dem Abend von Oliver, Adrienn, Jürgen und Jörg unterstützt. Gastgeber war Thomas. Vielen Dank an alle!

 

 

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LWIPCGN #106 KMM – das Kanban Maturity Model in der Praxis

Seit wir uns uns das Kanban Maturity Model (KMM) zuletzt angeschaut haben sind zwei Jahre vergangen. Zwischenzeitlich hat es manche Aktualisierung erfahren und wurde und wird in der Praxis eingesetzt.

Mark Geschke hat sich mit dem Thema KMM in einem seiner Kanban Bootcamps auseinandergesetzt und hat uns an diesem Abend eine Einführung gegeben. Besonders gut gefallen hat den Teilnehmern der Überblick über Kanban an sich.

Scrrenshot_LWS106

Die Teilnehmer machten Einschätzungen zu ihrem „Kanban-Maturity-Level“ und anhand der Boards/Erfahrungen/Problemstellungen/Situationsbeschreibungen aus dem (Kanban)-Alltag der Teilnehmer brachte uns Mark das KMM näher.

Seine Folien findet ihr auf unserem Trello-Board.

 

 

 

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LWIPCGN #105 Online-Flow-Simulation

Flow-Simulationen gelten als gute Möglichkeit, Kanban zu erlernen und zu verstehen. Aber was macht man, wenn nicht alle Teilnehmer einer Simulation vor Ort sein können?Um eine Antwort darauf zu suchen, haben wir diesesmal Featureban in der Online-Version der zypriotischen Firma kaiten.io gespielt.

team

Aufgrund der zahlreichen Unterstützer (vielen Dank auch an dieser Stelle!) konnten wir das Spiel in fünf parallelen Sessions anbieten.
Über https://tools.kaiten.io/featureban kann man einfach eine Simulation starten. Wenn man drei Spieler zusammen hat, kann das Spiel beginnen.

Start

Das Spiel gibt den Teilnehmern die benötigten Informationen immer zur richtigen Zeit. Denoch ist eine Anleitung durch jemanden, der sowohl diese Version bereits gespielt hat, als auch Featureban bereits faszilitiert hat, sehr zu empfehlen.

Der Spielaufbau ist dem Original nahe. Allerdings ist es aufwändiger die Spaltenüberschriften individuell anzupassen und eigene Tasks/Karten zu schreiben. Das Spiel sieht hierfür einen CSV-Imort vor, den wir an diesem Abend nicht genutzt haben. Stattdessen nutzten wir die vorgegeben Texte, was nach unseren Beobachtungen die Verbindung einiger Spieler mit der Simulation teierschwerte.

board

Startansicht des Featureban-Boards von kaiten.io

Die Simulation bietet nach den beiden ersten von drei Iterationen die Möglichkeit, die Eindrücke der Spieler abzufragen.

Insgesamt benötigt man mit Einleitung, Erklärung und Debrief die angegebenen 1,5 bis 2 Stunden.

Für Fortgeschrittene berechnet die Software Leadtime Distribution und CFD Leadtime Distribution direkt mit. Deren Erläuterung benötigt weitere Zeit.

Insgesamt ist Featureban in der Online-Version von kaiten.io nach Meinung der Teilnehmer  gut nutzbar, um die Ideen, die auch Featureban „am Flipchart“ transportiert, zu vermitteln. Für die Vorbereitung und Erläuterung „was das ganze soll“, sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, damit die Simulation nicht zu mechanisch erscheint.

abfrageDie Software ist sehr ausgereift und einige Feature-Requests haben wir anschließend an die Entwickler weitergegeben.

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LWIPCGN #104 Flow Estimates

Markus Wissekal hat uns diesmal die von ihm entwickleten „Flow Estimates“ vorgestellt, in Corona-Zeiten natürlich als Online-Event. LWS104_0

Basis für die Flow Estimates ist die Idee, dass Menschen am besten arbeiten können, wenn sie im Flow sind. Markus hat uns in kleinen Schritten an Flow im Sinne der Psychologie herangeführt und erläutert, was Menschen benötigen, um in „Flow“ zu kommen.

Im ersten Teil des Workshops betrachteten wir deshalb den aktuellen Wissensstand über Flow und welche Änderungen an unserer Umgebung und unserer geistigen Haltung es uns einfacher machen in  Flow zu gelangen.

Mit diesem vertieftem Wissen über „Flow“ sahen wir uns einen konkreten Anwendungsfall an, nämlich die Herausforderungen mit aktuellen Schätzmethoden. Anhand der neuen Schätzmethode „Flow Estimates“ betrachteten wir die Chance auf „Flow“ mit dem gesamten Team.LWS104_1

Der dritte Teil des Workshops bezog sich dann darauf, wie wir „Flow Estimates“ verwenden, welche konkreten Schritte man tun kann, um die Chancen auf „Flow“ zu steigern und welche Auswirkung diese auf Dich, Dein Team und Dein größeres Umfeld haben können.LWS104_2

Es war ein sehr interessanter Abend mit vielen neuen Erkenntnissen. Vielen Dank von den fast 40 Teilnehmern an Markus für den inspirierenden und informativen Abend.

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LWIPCGN #103 Basics zu Kanban-Metriken

Diesmal hat uns Thomas Mechenich „Basics zu Kanban-Metriken“ in Workshop-Formaten näher gebracht, in denen wir spielerisch auf Entdeckungsreise gegangen sind.

Dafür führte Thomas uns zu “drei wilden Stämmen” und wir betrachteten, wie Lead Time Distribution, Control Chart und CFD deren Arbeitsleben beschreiben.

LWS103_7.jpgLWS103_8.jpgGemeinsam haben wir uns dem Thema genähert und hatten Spaß nicht nur beim Metriken -Erstellen, -Auswerten und -Interpretieren.

LWS103_5

Ergebnisse der „Distro“-Gruppe

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Auch wenn das CFD von einigen als sehr kompliziert empfunden wurde, haben wir in den Diskussionen viele mögliche Anwendungsgebiete im eigenen Arbeitsleben entdecken können…

Die Unterlagen von Thomas findet ihr in unserem Trello-Board.

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LWIPCGN #102 –Die eigene Lieferfähigkeit verstehen

Beim 102. Treffen der Limited WIP Society Köln war das Thema

Die eigene Lieferfähigkeit verstehen

„Wir müssen besser liefern!“ – Vielleicht hast Du schon einmal erlebt, wie diese Ansage Aktionismus und Hektik in einem Unternehmen ausgelöst hat. Ein möglicher Grund: Es fehlt ein Verständnis dafür, wie gut bereits geliefert werden kann und welche Lieferfähigkeit der Markt eigentlich verlangt.  Wir haben an diesem Abend den Nebel etwas gelichtet und Anregungen für Antworten auf die Frage: „Wie gut liefern wir denn gerade?“ bekommen
Thomas Eppings Vortrag zu dem Thema gab uns dabei einen roten Faden sowie viele Impulse zur lebhaften und inspirierenden Diskussion und zum Erfahrungsaustausch.

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Außerdem nahmen wir uns abschließend wieder Zeit für allgemeine Fragen rund um Kanban.

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#101 – JIT Flow Simulation (aka Paper Airplane Simulation)

Das Thema beim hundertersten Treffen war die JIT Flow Simulation (aka Paper Airplane Simulation).

Diese etwas ältere Simulation aus dem Jahr 2004 wurde von Richard Blow entwickelt. Sie ist ein einfache, aber leistungsstarke Simulation, die die Demonstration vieler Lean-Prinzipien ermöglicht und die Möglichkeit bietet, viele Aspekte von Arbeitsabläufen zu diskutieren. Die Stärke liegt in der Flexibilität der Simulation, die an fast jedes Umfeld angepasst und modifiziert werden kann. Detailinformation zur JIT Flow Simulation finden sich hier  http://leanaust.com/downloads. (leanaust ist eine australische Seite, nicht österreichisch, wie man vielleicht denken könnte).

Nach einer kurzen Einleitung und der Erläuterung der Regeln spielten wir die Simulation in drei Gruppen über drei Runden. Nach jeder Runde erfolgte ein Austausch über die Erkenntnisse sowie eine kleine „Datenerhebung“ für die Metriken.

Die Feedbackrunden ergaben – neben einigen interessanten Anregungen zur weiteren Verbesserung der Simulation – ein sehr positives Fazit. Mit recht einfachen Mitteln führt die JIT Flow Simulation sehr anschaulich in einige grundlegenden Kanbanpraktiken ein und zeigt den Nutzen von Metriken bezogen auf Produktivität und Durchlaufzeit.

Ein kleines Highlight dieser Simulation ist, dass sie (in Runde 2) tatsächlich mit einem Kanban arbeitet.

 

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