LWIPCGN #130: Eine andere Art Fluss-Simulation

An diesem recht warmen Abend hat uns Mark Geschke eine Einführung in eine andere Art Kanban-Simulation gegeben. Die online Simulation stammt von dem Kanban Tool-Hersteller Kanbanize und wurde erst kürzlich auf deren Webseite frei zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Simulationen, bei denen mehrere Teilnehmer Kanban-Praktiken und -Prinzipien über eine meist längere Zeit erspielen, geht es hier um eine simulierte und weitgehend automatisierte Umgebung, in der man als Einzelperson die Systemregeln anpassen und anhand von Metriken die Auswirkungen der Änderungen unmittelbar beobachten kann.

Dies hat einige Vorteile, wie z.B.:

  • Um nicht angewiesen zu sein auf andere, um eine Simulation durchzuführen.
  • Um in kurzer Zeit sehr viele Fragen stellen zu können und möglicherweise dabei sehr viel zu lernen.
  • Um ein besseres Verständnis für Flow-Metriken wie Durchsatz, Durchlaufzeit, WIP und Fluss-Effizienz zu entwickeln.
  • Um spielend zu erlernen wie man CFDs, Streudiagramme, Histogramme und andere Grafiken für Analysen verwendet.

Das erste Ziel war, die Software and die allgemeinen Kanban Metriken besser zu verstehen. Dazu wählten wir einen einfachen, unlimitierten Service Workflow mit nur 3 Spalten (Design Doing, Design Done and Produce).

Das tolle an der Software ist, dass man viele Parameter der Simulation frei wählen kann und dann im Schnellverfahren einige Tage simuliert, um herauszufinden, wie sich die Metriken in Echtzeit verändern. Dieses konnte man auch gut mitverfolgen.

Wir haben einen Review-Zyklus von 20 Tagen eingeführt und konnten so viele „Was wäre wenn“-Fragen beantworten.

Am Schluss gab es noch 2 Fragen für alle Teilnehmer:

  1. Was nimmst Du mit? und
  2. Wie könnte die Simulation verbessert werden?

Auch interessant: Michael M. und Mathias T. haben mittels Zoom, 2 Webcams und geteiltem Bildschirm an unserem ersten, sehr informellen Experiment für einen mehr hybriden Ansatz teilgenommen … und es ging erstaunlich gut. Als wir uns anschließend für eine Plauderrunde im „Good Food“ trafen, war es dann leider auch wieder Schluss mit dem hybriden Ansatz. Wir sind mal gespannt welcher Startup eine gute Antwort für dieses Problem findet und zu einer Mega-Business ausbaut 🙂

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LWIPCGN 129 Von der Simulation zur Arbeitswelt

Ein Gastbeitrag von Michael Mahlberg.

“Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es verstehen.” – Paraphrasiert nach Konfuzius

Dieses, Konfuzius zugeschriebene, Zitat passt sehr gut zu den Erkenntnissen moderner Lernforschung. Erst wenn wir Dinge selber tun, werden sie zu etwas, was wir wirklich verstanden haben und auf das wir in der Zukunft zurück greifen können um neue Probleme zu lösen. 

Schon allein deshalb sind Simulationen eines der wichtigsten Mittel um Modelle wie Kanban, Lean, Scrum, XP und ähnliche zu vermitteln – unabhängig davon, ob man diese jetzt als Methode, Prozessframework, Herangehensweise oder Philosophie versteht. 

Oft wird aber aus der Begeisterung während einer Simulation in der Praxis dann doch eher wenig, wenn es um die Umsetzung in die Praxis geht. 

Ganz konkret war die Frage, die uns antrieb „Wie bekomme ich das, was ich in einer Simulation gelernt habe in meinem Team umgesetzt?“

Auf der 129. Limited WIP Society Cologne habe ich in der Session von Chris Rühl ein paar Gedanken dazu vorstellen dürfen, die wir dann im Diskurs noch vertiefen und erweitern konnten.

Wenn man die folgenden fünf Punkte berücksichtigt, ist man meiner Erfahrung nach schon sehr gut unterwegs, was die Nutzung von Simulationen anbelangt, aber ohne diese wird es oft schwierig:

  1. Machen lassen
  2. Lernziele klar haben
  3. Debriefing dicht am „Lernereignis“
  4. Ausschnitte (nochmal) simulieren
  5. (Die Lernziele) erfahrbar machen

Gucken wir uns das noch mal etwas genauer an:

Machen lassen

Wenn wir den Spruch von Konfuzius und der Lernforschung glauben, bekommen wir das was wir in einer Simulation gelernt haben nur richtig transportiert, wenn die anderen Teammitglieder die vergleichbare Erfahrungen machen können. Es führt also fast kein Weg daran vorbei, den anderen Menschen im Team die gleichen Erfahrungen zu ermöglichen. 

Lernziele klar haben

Das Wundervolle, aber gleichzeitig leider auch das Schwierige, an den meisten Simulationen ist, dass die wirklich sehr viele Lernmöglichkeiten enthalten. 

Bringt man also eine Simulation mit in das Team, dann ist hilfreich sich selber darüber im klaren zu sein, ob man einfach nur ein allgemeines Lernen ermöglichen möchte, oder ob man bestimmte Lernziele vermitteln möchte. Wenn einem ein bestimmter Aspekt der Simulation besonders wichtig war, lohnt es sich, genau für diesen zu optimieren und sowohl die Debriefings als auch die Zeitverteilung in der Simulation mit entsprechenden Schwerpunkten zu gestalten.

Debriefing dicht am „Lernereignis“

Die Simulation nur durchzuführen kann ein Lernereignis bieten, muss es aber nicht. Um die Dinge, die gerade getan wurden mit der Theorie und der eigenen Situation zu verbinden ist eine Besprechung von Ausschnitten der Simulation –oft Debriefing genannt– hilfreich.

Bei Simulationen wie Featureban oder getKanban, die gerne mal mehrere Stunden dauern und pro Runde unterschiedliche Reifegrade simulieren, ist es oft hilfreich, die einzelnen Debriefings dicht an den Stellen zu machen, an denen die Lernereignisse stattfinden. Auf diese Art wird die Gefahr verringert, dass Lernen aus den späteren Phasen der Simulation das in den Anfangsphase erlebte „überschreibt.“ 

Die Werke zu „Training from the Back of the Room” von Sharon Bowman bieten eine hervorragende Aufbereitung dieses Themas. Auf der Website https://www.bowperson.com und in den Büchern findet man schon viel dazu, aber am besten lernt man es natürlich durch Simulationen und machen in einem entsprechenden Kurs. 🙂

Ausschnitte (nochmal) simulieren

Im weiteren Praxisverlauf ist es außerdem sehr hilfreich, wenn man Möglichkeiten findet, kleine Ausschnitte aus der Simulation noch mal durch Simulatiönchen zu beleuchten – auch wenn diese allein nicht das tiefe Lernen aus der Gesamtsimulation bringen, können sie einzelne Aspekte des Themas sehr gut vertiefen. 

Im Falle von FeatureBan könnte man hier zum Beispiel das Coin Flip Game nehmen um über Flow zu sprechen oder Sandy Mamolies Multitasking Simulation zum Thema Taskwechsel.

(Die Lernziele) erfahrbar machen

Mit dem Erfahrbar machen der Lernziele schließt sich der Kreis wieder. Der Unterschied zum „machen lassen“ aus dem ersten Punkt liegt hier darin, dass wir uns noch mal auf die konkreten Lernziele beziehen und im Nachgang zur Simulation auf Gelegenheiten im Alltag hinweisen, die gelernten Dinge auch im Alltag zu erleben und damit die Verbindung zum Alltag wieder herstellen. 

Einführungsstrategien

Aber mit der Gestaltung der Simulation und dem übertragen in den Alltag sind wir natürlich noch lange nicht am Ende und es gab einen spannenden Austausch in der Gruppe, was wir jetzt wirklich tun können um Simulation und simulationsbasiertes Lernen „auf die Straße“ zu bringen. 

Besonders die Fragen „wie bekommen wir die Menschen in den Teams überhaupt dazu an einer Simulation teilzunehmen?“ und „Wie bekommen wir das mit dem Ausprobieren der Learnings am besten hin?“ wurden dabei heiß diskutiert.

Ein paar davon möchte ich noch gerne hervorheben: 

Support the First Movers

Nutze die Menschen mit Begeisterung zur Verbreitung der Ideen. Gib Ihnen Gelegenheit Dinge auszuprobieren und unterstütze sie dabei. 

Finde das WIIFME

Hilf den Menschen zu erkennen, welche persönlichen Vorteile sie haben können, wenn sie sich mit der Simulation und den Inhalten dahinter beschäftigen.

Bringe Experimente ein

Um Menschen die Angst vor Veränderung zu nehmen und auch einfach um einen gesunden Wandel zu ermöglich, hilft oft das „Probehandeln“ – anstatt gleich alles zu verändern, einfach mal nur ein Experiment durchführen, eine Arbeitsweise für ein paar Wochen ändern und danach bewerten, wie man damit weiter machen will. (Also die derzeit sechste Kanban-Praktik tatsächlich konkret umzusetzen) Und sehr deutlich machen, dass eine der Möglichkeiten dabei natürlich auch ist, nach dem Experiment zur alten Arbeitsweise zurück zu kehren. 

Natürlich kann dieser Blogbeitrag nur einen kleinen Teil all der Ideen, die ausgetauscht wurden wiedergeben – für das tiefere lernen empfehle ich allen interessierten einfach mal bei der Limited WIP Society Cologne vorbei zu schauen, wenn sie gerade an einem zweiten Mittwoch im Monat in der Nähe sind.

Vielen Dank für die Gelegenheit zu Austausch und die vielen hilfreichen Ideen zur Umsetzung!

Michael Mahlberg

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LWIPCGN #128 Featureban: Präsenz vs. Online

Hallo liebe Kanban-Nutzer:innen im Großraum Köln,

am 9. Mai 2022 haben wir uns nach langer Corona-Pause wieder beim Startplatz getroffen.

Diesmal ging es um die leichtgewichtige Kanban-Simulation Featureban.

Beim  fünfzigsten Treffen der Limited WIP Society Cologne vor über 6 Jahren war Featureban erstmalig das Thema (damals noch in der Version 1.0). Zuletzt haben wir es vor zwei Jahren in einer Online-Variante gespielt.

Wir nutztendie Gelegenheit, dass wir uns in Präsenz treffen können, für ein direkten Vergleich und eine direkte Gegenüberstellung von Online-Variante und Präsenz-Variante.

Eine Gruppe spielte Featureban auf Papier,

eine andere Gruppe spielte Featureban online.

Zwei Teilnehmer beobachteten die beiden Gruppen und anschließend diskutieren wir über die Vor- und Nachteile sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Es war ein erkenntnisreicher Abend.

Bis bald,
Mark und Martin

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LWIPCGN #127 Sieben Dinge, die Deine Kanban-Einführung erfolgreich machen

Am 13. April 2022 hatten wir bei uns Florian Eisenberg zu Gast, der uns seine wichtigsten Ratschläge, wie man eine Kanban-Einführung erfolgreicher machen kann, mitbrachte.

Schon seine Einführung war provozierend: Wie viele Kanban-Implementierungen, so fragte er, blieben bei unabhängigen To-Do – Doing- Done -Kanban-Boards auf dem Teamlevel hängen!? Es würden ein paar Aufgaben verwaltet und ein wenig der Druck rausgenommen und schon hätte man ein erstes Gefühl von „es würde irgendwie besser“. Leider sei dieses schon ausreichend, um eine Kanban-Implementierung auszubremsen.

Nachfolgend teilte Florian mit uns 10 seiner wichtigsten Erkenntnisse, die er über 11 Jahre im Umgang mit Kanban gesammelt hatte, und die versprechen jede Kanban-Einführung erfolgreicher machen. Und ja, die 7 im Titel, musste Florian zugeben, waren schon ein wenig „click-baity“.

Tip 1: Verstehe was es heißt, besser zu werden.

Tip 2: Fange mit den Aufträgen an, nicht mit den Teams.

Tip 3: „Grassroots“ ist nicht genug. Involviere das Management.

Tip 4: Vermeide Tickets die rückwärts laufen

Tip 5: Gebrauche ein passendes Tool.

Tip 6: Halte „Verbesserungs-Meetings“ anstatt „Team-Retrospektiven“

Tip 7: Lasst die Menschen außen vor und konzentriert Euch auf WIP-Probleme.

Tip 7.1: Hört Euch an, was andere sagen (z.B. den Podcast von Florian)

Tip 7.2: Ein SDM für jeden Service

Tip 7.3: Klärt Euer Steuerungsparadigma

Anschließend gab es eine interessante Gesprächsrunde, in der wir uns weiter mit der Kernfrage, warum es so schwierig sein kann, Kanban erfolgreich einzuführen, befasst haben.

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LWIPCGN #126 Lean Coffee zum Kanban Maturity Model (KMM)

Hallo liebe Kanban-Nutzer:innen im Großraum Köln,

im März 2022 haben wir ein Lean Coffee zum Thema Kanban Maturity Model (KMM) veranstaltet.

Das KMM spielt laut Beschreibung der Kanban University „eine wichtige Rolle bei der Schaffung von Einigkeit, Ausrichtung, Sinnhaftigkeit und guter Führung.“ Weiter heißt es: „Nutzen Sie es, um bessere Erfolgserlebnisse zu erzielen, bessere Produkte und Dienstleistungen anzubieten, Ihre Kunden zu begeistern und bessere Geschäftsergebnisse zu erzielen.“ Wir wollten an diesem Abend gemeinsam analysieren, ob das KMM diesem Anspruch genügt.

Wir haben folgende Themen diskutiert:

Zusammenfassend kann man sagen: es gibt viele Perspektiven auf das KMM. Manche nutzen es als Coaching Tool, um mit ihren Teams zu besprechen, was sinnvolle nächste Schritte sein können. Andere fürchten, dass das rezepthafte des KMM dazu verleitet, die Lösung im KMM zu suchen und keine individuelle Lösung zu suchen.

Relative Einigkeit bestand darin, dass der Begriff „Maturity“ irreführend sein kann. Z.B. wenn man versucht den eigenen Reifegrad zu bestimmen, um sich mit anderen zu vergleichen. Für eine Zertifizierung der eigenen Maturity fehlt dem Modell nach Meinung einiger Teilnehmer:innen, die Metrik, die eine Vergleichbarkeit schaffen würde.

Insgesamt ein spannender und lehrreicher Austausch. Vielen Dank allen Teilnehmer:innen.

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LWIPCGN #125 Weniger langsam

Wir müssen schneller werden!” — Es gibt viele gute Gründe für eine höhere Geschwindigkeit der Produktentwicklung; unter anderem erlaubt eine schnelle Umsetzung und Lieferung von Anforderungen ein frühes Feedback von Kund:innen und ermöglicht es außerdem, direkt auf dieses Feedback zu reagieren.

Knapp 30 Teinehmer:innen nahmen im Februar 2022 teil, als Thomas Epping uns seine Gedanken und Ideen zum Thema „Weniger langsam“ vorstellte:

“Wie können wir denn schneller werden? Wir arbeiten doch bereits am Limit!” — Für eine Antwort kann es helfen, sich die eigene Wertschöpfungskette – also den Weg von der Entstehung über die Umsetzung bis zur Lieferung und Nutzung einer Anforderung – zu verdeutlichen. Ein wirksamer Zugang zu einer höheren Geschwindigkeit besteht mitunter in der Reduktion von Wartezeiten innerhalb dieser Wertschöpfungskette; dann geht es darum, geschickter (und nicht angestrengter) zu arbeiten. Wir diskutierten verschiedene Möglichkeiten zur Reduktion von Wartezeiten aus verschiedenen Perspektiven, von möglichen Beiträgen einer einzelnen Person bis hin zu Möglichkeiten, die sich bei einer ganzheitlichen Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette ergeben.

“Schön und gut, aber was bringt uns das?” — Wir verdeutlichten mit Beispielen aus der Praxis, wie eine Reduktion von Wartezeiten die Geschwindigkeit der Produktentwicklung steigern kann und sich messen lässt. Schneller zu werden bedeutet mitunter, einfach weniger langsam zu sein.

Zum Abschluss gab es eine angeregte Diskussion darüber, was sich davon bereits im eigenen Unternehmenskontext wiederfindet und was noch zu realisieren ist…

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LWIPCGN #124 Kanban-Einführung, die 4.: lasst uns mal neue Fehler machen

An diesem Abend gab uns Claudia Stölzel einen Reisebericht über die Stolperfallen auf dem Weg zu einer transparenten Organisation, der die Highs & Lows der mittlerweile 4. Kanban – Einführung bei der igus GmbH zusammenfasst.

Zum Talk:
Die igus GmbH produziert seit 5 Jahrzehnten innovative Kunststoffe, “motion plastics”, die in über 50 Branchen als Problemlöser eingesetzt werden. Kunststoffe sind also die Kernkompetenz von igus. Doch kein Industrieunternehmen kommt heute ohne digitale Unterstützung aus. Die IT der igus ist, wie man so schön sagt, historisch gewachsen in einem hierarchisch geprägten Umfeld. Und stieß somit hier immer mehr an ihre Grenzen in einem sich immer schneller wandelnden Business. 

Wie sollen die zahlreichen Anforderungen konsolidiert, gesteuert, gemanagt werden? Wie bekommt man die vorhandenen Altsysteme in den Griff? Oder gar das Inselwissen auf mehrere Köpfe verteilt? Silos für verschiedene Systeme waren die Regel. Auslastung, Effizienz waren lange Zeit die Messgrößen für die Produktivität in der zersplitterten IT. Und Kanban war ein Board, an das man Zettel klebte. Versuche, Kanban in einzelnen Bereichen einzuführen, waren eher semi-erfolgreich und revolutionär gestartet. 

Bis der Entschluss fiel, wir machen alles neu… 
Das war der Startschuss für ein evolutionär entwickeltes “System of interconnected Services” mit Boards auf unterschiedlichsten Ebenen. Dieser Vortrag handelt von den Fehlern, Stolperfallen aber auch den Glücksmomenten auf dem Weg dahin.

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LWIPCGN #123 „Kamishibai und Kanban: Alles nur Theater?“

Passen Regeltätigkeiten und die Kanban-Methode zusammen? Ein paar Wege, wie das auf den unterschiedlichsten Ebenen funktionieren kann, zeigten an diesem Abend Lukas Schmidt und Michael Mahlberg kanpp 40 interessierten Teilnehmenden.

Kamishibai ist ein hilfreiches und zugleich unterschätztes Instrument zur Unterstützung des visuellen Managements von Arbeit. Es verbessert die Steuerung, Bearbeitung und Überprüfung von wiederkehrenden Tätigkeiten in der betrieblichen Organisation. Lukas Schmidt und Michael Mahlberg geben einen Einblick in dieses System das seine Herkunft in der japanischen Kultur und Industrie hat.

Gerade die Lücke, die die Kanban-Methode bei der Mischung unterschiedlicher Aufgaben in der täglichen Arbeit zu haben scheint, wird von Kamishibai-Boards hervorragend geschlossen.

Wir haben uns mit den Komponenten dieser Art von Boards beschäftigt und gemeinsam erlebt wie wir es als Ergänzung oder in Kombination mit Kanban-Systemen nutzen können.


Als Highlight dieses Abends hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihren eigenen Entwurf eines Kamishibai-Boards als Do-It-Yourself-Projekt zu erstellen und in Kleingruppen gemeinsam in die Reflexion zu gehen.

Wir danken Lukas, Michael und allen die dabei waren.

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LWIPCGN #122 „Steampunk Ökonomie“ Lesung von Dr. Andreas Rein

Lesung „Steampunk Ökonomie – Mit der Dampfmaschine zum Mond“

An diesem Abend las Dr. Andreas Rein aus seinem neuen Buch „Steampunk Ökonomie – Mit der Dampfmaschine zum Mond“. Anschließend gab es eine angeregte Frage- und Antwortrunde mit dem Autor, u.a. über Ceteris Paribus und die meist falsche Annahme, dass man aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen kann.

Zum Buch

Viele Führungskräfte, Organisationen und Unternehmen glauben, dass sich den wirtschaftlichen Anforderungen des digitalen Zeitalters mit Fleiß, Können und Erfahrung begegnen lässt. Sie bauen auf Expertentum, etablierte Strukturen und Prozesse, auf welche sie sich jahrzehntelang verlassen konnten. Sie perfektionieren die bekannten Methoden und Verfahren und streben ein Höchstmaß an Fehlerlosigkeit an. Dabei übersehen sie jedoch, dass das Streben nach Perfektion nicht nur kontraproduktiv, sondern sogar schädlich ist.

In Zeiten der Digitalisierung und damit einhergehender Globalisierung werden Produkte, Waren und Dienstleistungen nicht ständig besser, sie werden ständig anders. Die Prozesse und Geschäftsmodelle, die die Wirtschaft antreiben, verändern sich fortwährend. Wer sich darauf konzentriert bekannte Methoden, sowohl in der Produktion, mehr aber noch im Organisationsdesign und der Führung, zu perfektionieren, der trainiert ein Rennpferd und merkt nicht, dass er gegen einen Formel-1 Rennwagen antreten muss.

Wirtschaftswissenschaften, Management und Personalwirtschaft basieren auf theoretischen Grundlagen des 19. Jahrhunderts. Sie sind perfektionierte Dampfmaschinen – geschmeidig im Lauf, ausdauernd im Betrieb und elegant anzuschauen. Und vollkommen ungeeignet, um damit zum Mond zu fliegen. Kurz: sie sind Vertreter der Steampunk Ökonomie.

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LWIPCGN #121 Glauben Sie an die Evolution?

Gerade im Kanban-Umfeld spricht man häufig von evolutionärer Veränderung. Aber was bedeutet evolutionär eigentlich? Wieviel Evolution sollte in der Organisationsentwicklung stecken und wo helfen andere Vorgehensweisen? Was könnten die Scientific Method und der nach Edward Deming benannte PDSA-Circle damit zu tun haben? Antworten gab es von Martin Luig in diesem Talk.

Nach einem kurzen Ausflug in die Evolution betrachtete dieser Talk die Parallelen und (notwendigen) Abweichungen zwischen Evolution und der Veränderung in Unternehmen.

In der anschließenden angeregten und spannenden Diskussion gab es viel hilfreiches Feedback der Teilnehmer:innen.

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